Chemisches Recycling als ultimative Lösung?

Der perfekte Kreislauf gilt als großes Ziel der Abfallwirtschaft. Dieses wird aufgrund verschiedener Faktoren noch immer nicht erreicht. Mit Hilfe von chemischem Recycling könnte vielleicht ein großer Schritt in die richtige Richtung gegangen werden.

Chemisches Recycling könnte das fehlende Puzzle-Teil zum perfekten Kreislauf in der Abfallwirtschaft sein. Wo mechanisches Recycling an seine Grenzen stößt, könnte diese Methode zum Einsatz kommen.

Wenn mechanisches Recycling an seine Grenzen stößt

Mechanisches Recycling bildet die wichtigste Komponente in der Abfallwirtschaft. Dank innovativer Methoden gelingt es immer besser, mit Hilfe von mechanischem Recycling erfolgreich wiederzuverwerten. Dennoch gibt es Spezialfälle, die dieser Recyclingmethode ihre Grenzen aufzeigen. Dazu gehören beispielsweise Kunststoffprodukte, denen Weichmacher beigemischt wurden. Die sogenannten Verbundstoffe gelten als minderwertig und werden häufig nur noch verbrannt und kaum wiederverwertet. Am Beispiel von Südostasien und China wird deutlich, wie groß dieses Problem tatsächlich ist. Auf dem Yangtse-Fluss werden etwa 50 Prozent der globalen Plastikabfälle in Richtung des Chinesischen Meeres transportiert.

Eine Studie der Boston Consulting Group betrachtet chemisches Recycling als Lückenschließer. Unter bestimmten Voraussetzungen könnte diese Recyclingmethode den unterbrochenen Kreislauf in der Abfallwirtschaft schließen. Erhitzung könnte komplexe Kunststoffe in Rohmaterialien aufspalten. Da es kaum gelingen wird, vor allem Lebensmittelverpackungen ausschließlich aus Monokunststoffen herzustellen, sollte die Methode des chemischen Recyclings zumindest in Betracht gezogen werden.

Hoher Plastikverbrauch – niedrige Recyclingrate

Forscher haben das Verhältnis von Plastikverbrauch und Recyclingrate untersucht und dabei interessante Fakten erkannt. Länder, die besonders viel Plastik verbrauchen, haben eine besonders niedrige Recyclingrate. Dabei ist China absoluter Spitzenreiter. Gerade in solchen Gebieten könnte chemisches Recycling sehr interessant sein. Aufgrund eines enormen Müllaufkommens sind die Preise niedrig. Gelingt es, die Nachfrage nach dem Endprodukt zu erhöhen, könnte chemisches Recycling ein äußerst lukrativer Geschäftszweig werden.

Obwohl die Energiebilanz des chemischen Recyclings nicht gerade positiv aussieht, ist diese Methode der Abfallverwertung immer noch deutlich umweltfreundlicher als Verbrennung oder Deponierung. In Deutschland hat BASF bereits mit „ChemCycling“ ein entsprechendes Projekt gestartet.

Bildurheber: aryfahmed / 123RF Standard-Bild

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