Hängt die Recycling-Quote eines Unternehmens vom guten Willen ab?

Im Verpackungsgesetz wurde ganz klar festgelegt, dass die Recyclingquoten in diesem Jahr stark ansteigen müssen. Obwohl das große Ziel nicht erreicht wird, drohen den Betroffenen keine Konsequenzen. Nicht jeder ist damit einverstanden.

Die Recycling-Quoten liegen in diesem Jahr deutlich unter den vorgegebenen Werten aus dem Verpackungsgesetz. Dennoch handelt die Bundesregierung nicht konsequent. Mit Strafen ist kaum zu rechnen. Unternehmen, die die Vorgaben zielgerichtet umsetzen und großen Einsatz im Sinne der Umwelt zeigen, fühlen sich hintergangen.

Neues Verpackungsgesetz nicht umgesetzt

Seit Anfang des Jahres gilt das neue Verpackungsgesetz, das vor allem höhere Recyclingquoten in der werkstofflichen Verwertung von Kunststoffen vorsieht. Schon in diesem Jahr sollte die ehemalige Quote von 36 Prozent auf 58,5 Prozent ansteigen. Dass dieses Ziel nicht erreicht wird, ist deutlich zu erkennen. Bis 2022 soll die Recyclingquote für Kunststoffe sogar auf 63 Prozent wachsen. Aber wenn schon die erste Etappe nicht umgesetzt wird, wie sollen dann alle weiteren Schritte erfüllt werden?

Unternehmen, die die Vorgaben mit großem Einsatz erfüllen, fühlen sich von den Gesetzgebern hintergangen. Denn den Unternehmen, die wenig engagiert an der Erfüllung der Vorgaben gearbeitet haben, drohen kaum Konsequenzen. Reinhardt Schneider, der Kopf hinter den Marken „Frosch“ und „Erdal“ aus dem Hause Werner & Mertz, sieht das Problem nicht in den fehlenden Möglichkeiten zur Umsetzung, sondern im nicht vorhandenen Willen seiner Konkurrenten. Er fordert Strenge seitens der Gesetzgeber. Übergangsfristen bringen niemanden weiter. Strafzahlungen hingegen treffen dort, wo es schmerzhaft ist. Gleiche Meinung vertritt auch Michael Wiener, Chef des Verwertungsunternehmens Der grüne Punkt.

Reinhardt Schneider hat mit seiner Recyclat-Initiative Möglichkeiten geschaffen, die es jedem Unternehmen leicht machen, die Vorgaben umzusetzen. Er hat gemeinsam mit dem Grünen Punkt und dem Verpackungshersteller Alpla die Recyclat-Initiative ins Leben gerufen. Darin sind wesentliche Erkenntnisse zur Umsetzung recycelfähiger Verpackungen und Materialien zusammengetragen worden. Alle wichtigen Informationen zu Verpackungsdesign und Recycling-Möglichkeiten bietet Schneider seinen Mitbewerbern kostenlos in der Recyclat-Initiative an. Doch das Interesse daran ist kaum vorhanden. Kein Wunder also, dass der engagierte Unternehmer wütend über das mangelnde Engagement anderer Unternehmen ist. Sie scheuen die notwendigen Investitionen, um ihre Produktionsabläufe umweltgerecht zu gestalten.

Schneider selbst hat in seinem Unternehmen eine echte Kreislaufwirtschaft eingeführt und dafür den Deutschen Umweltpreis erhalten.

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