Kompostierbare Kleidung

Abfall-Vermeidung stellt verschiedenste Branchen vor wiederkehrende Herausforderungen. Mittlerweile wird dabei nicht beim Endprodukt, sondern bereits bei der Auswahl der Rohstoffe der Hebel angelegt. Zwei Schweizer setzen in der Textilbranche auf eine innovative Geschäftsidee.

Die Brüder Markus und Daniel Freitag machten aus ihrer Leidenschaft schon längst ein Gewerbe. Die Modebranche hat es ihnen angetan. Doch deren Richtung führt an der Glitzerwelt und Laufstegmentalität weit vorbei. Vielmehr schrieben sich die Schweizer Freitag-Fabriken „Upcycling“ auf die Fahnen. Alte LKW-Planen und Gurte verwenden die findigen Unternehmer, um kultige Taschen daraus zu produzieren. Doch auf diesem Gebiet sind neuen Ideen keine Grenzen gesetzt. Umweltschonend etwas herstellen, aber die Arbeitskleidung nach konventionellem Strickmuster zur Verfügung stellen? Nicht mit den Gebrüdern Freitag! Sie nahmen die Inhaltsstoffe und Produktionsarten der Arbeitskleidung genau unter die Lupe. Daraufhin kamen sie zu interessanten Ergebnissen, die sie für ihre eigene Kollektion als Negativbeispiele verwendeten.

Zwei Hauptziele verfolgt das Brüderpaar aus dem Kantonstaat. Erstens sollen alle Materialien der Arbeitskleidung möglichst nah aus Europa kommen, zweitens soll die gesamte Garderobe komplett kompostierbar sein. Beides brachten sie unter einen Hut. Nach langjähriger Forschung entschieden sich die Unternehmer für die Rohstoffe Hanf, Leinen und Modal. Die erfüllen nämlich genau die vorgenannten Anforderungen. Sie stammen alle von europäischem Boden, ohne die Natur durch den Abbau in Ungleichgewicht zu bringen. Zudem finden alle Produktionsschritte in maximal 2.500 Kilometern Entfernung von Zürich statt. Und sind nicht wie üblich über den gesamten Globus verteilt. Der weitere Synergieeffekt ist die biologische Abbaubarkeit am Ende der Haltbarkeit. Hat die Arbeitskleidung ausgedient, so ist sie kompostierbar und innerhalb eines Vierteljahres auf natürlichem Weg wie vom Erdboden verschluckt.

Umweltschutz gewinnt heutzutage an Bedeutung. Das verinnerlichen nicht nur die Freitag-Brüder, sondern auch große Textilunternehmen wie Trigema oder Puma. Die Sportartikelhersteller stellen ebenfalls biologisch abbaubare Produkte her, die keinerlei Reststände aufweisen, wenn sie ausgedient haben.

Hier das Unternehmensvideo und der Link zur Webseite www.freitag.ch

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