Eine Mango-Tasche oder ein Wassermelonen-Etui? Klingt irgendwie utopisch, könnte aber schon bald ziemlich alltäglich werden. Denn junge Wissenschaftler aus Rotterdam sehen in Fruchtleder das Material der Zukunft.
Unter dem Begriff Fruchtleder sind bisher Obstriegel bekannt, die den schnellen Hunger tilgen. Seid kurzem taucht aber unter diesem Begriff eine Neuheit auf: ein neues Material, veganes Leder das aus Obst hergestellt wird.
Abfallberge als Auslöser für intensive Forschung
Eine Gruppe junger Studenten aus Rotterdam hat den Abfallbergen auf der Binnenrotte, einem beliebten Wochenmarkt, den Kampf angesagt. Sie sammeln Obstabfälle ein, um diese später in Fruchtleder zu verwandeln. Dass daraus praktische und modische Dinge entstehen können, haben sie bereits bewiesen. Handtaschen aus Fruchtleder, Handyhüllen und viele andere praktische Accessoires lassen sich aus den Obstabfällen herstellen – Upcycling der etwas anderen Art.
Aufwendige Prozesse
Es ist nicht leicht, aus den Obstabfällen Fruchtleder herzustellen. Dazu muss das Obst entkernt und zerstampft werden. Anschließend wird es gekocht und später ausgerollt. Dann folgt der Trocknungsprozess. Die Studentengruppe crEATe hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Herstellung von Fruchtleder zu vervollkommnen. Denn bislang trotzt es längst nicht allen Witterungseinflüssen. Vor allem Wasser gilt als Feind dieses besonderen Materials.
Unterschiedliche Früchte, unterschiedliche Ergebnisse
Obst ist nicht gleich Obst. Diese bittere Erfahrung mussten die Jungwissenschaftler bereits mehrfach machen. So kristallisierte sich die Mango als besonders effizient und haltbar heraus, während beispielsweise Nektarinen nur sehr wenig Fruchtleder ergeben.
Obwohl es noch schwierig erscheint, sind die Studenten aus Rotterdam davon überzeugt, dass Fruchtleder langfristig ein echter Ersatz für tierisches Leder werden könnte. Nicht nur aktive Tierschützer dürften sich darüber freuen.
Quelle: www.ze.tt