Wasser schützen – Was gehört nicht in die Kläranlage?

Wasser schützen – Was gehört nicht in die Kläranlage?

Unsere Gewässer sind lebenswichtig und verdienen Schutz. Doch viele Stoffe, die täglich in Haushalten und Betrieben anfallen, sind für Kläranlagen problematisch und können die Umwelt belasten, wenn sie unsachgemäß entsorgt werden.

Die zentrale Aufgabe von Kläranlagen ist es, Wasser von biologisch abbaubaren Stoffen zu reinigen und es anschließend wieder in die Umwelt zurückzuführen. Chemikalien, Medikamente oder Ölreste stellen für diese Systeme jedoch eine Herausforderung dar. Sie stören biologische Prozesse, reichern sich in der Umwelt an oder gelangen in Gewässer, wo sie Ökosysteme gefährden. Deshalb ist es entscheidend zu wissen, was nicht in die Toilette oder das Abflussrohr gehört.

Chemikalien, Medikamente und Fette vermeiden

Produkte wie Farben, Lösungsmittel, Lacke oder Reinigungsmittel enthalten Substanzen, die biologisch nur schwer abbaubar sind. Werden sie in die Kanalisation geleitet, können sie Mikroorganismen schädigen, die für die Reinigung des Abwassers notwendig sind. Ähnlich problematisch sind Medikamente und Hormone, die in geringen Mengen hochwirksam sind und nach der Klärung oft noch im Wasser nachweisbar bleiben. Haushaltsfette und Öle führen in den Rohren zu Verstopfungen und können im Klärsystem Schaum oder Ablagerungen bilden, die die Effizienz mindern.
Auch kleine alltägliche Gegenstände wie Wattestäbchen, Hygieneartikel oder Feuchttücher dürfen nicht entsorgt werden. Sie verstopfen Pumpen und Filter, verursachen Wartungsaufwand und erhöhen die Betriebskosten. Die Folgen sind nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich spürbar. Wer die richtige Trennung einhält, schützt also nicht nur das Wasser, sondern auch die Infrastruktur der Abwasserbehandlung.

Verantwortung im Alltag übernehmen

Die Herausforderung liegt darin, dass viele Menschen die Auswirkungen ihrer Entsorgung nicht direkt sehen. Informationskampagnen, Aufklärung in Schulen und Betrieben sowie klare Kennzeichnungen von Produkten können helfen, das Bewusstsein zu schärfen. Fachgerechte Entsorgung über Sammelstellen für Chemikalien, Medikamente oder Altöl ist dabei entscheidend. So werden Schadstoffe kontrolliert gesammelt und einer umweltgerechten Verwertung zugeführt, ohne dass sie in Gewässer gelangen.
Wasser zu schützen bedeutet, Verantwortung für die eigene Umwelt zu übernehmen. Jede bewusste Entscheidung im Haushalt oder Betrieb trägt dazu bei, die natürlichen Kreisläufe zu erhalten. Wer darauf achtet, nur geeignete Stoffe in die Kanalisation zu geben und problematische Abfälle sachgerecht zu entsorgen, stärkt langfristig die Gesundheit von Mensch und Natur.

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Papierherstellung zukünftig mit Blumen statt Holz?

Papierherstellung zukünftig mit Blumen statt Holz?

Regional, klimafreundlich und günstig sind nur einige der Gründe für die Herstellung von Papier aus Pflanzen beziehungsweise Blumen. Damit setzt ein Unternehmen aus Bayern ganz neue Maßstäbe und das mit Erfolg.

Nachdem die Forschungs- und Entwicklungsphase nun abgeschlossen ist, startet OutNature mit seinem neuartigen Silphie-Papier durch. Die Marke gehört zum Unternehmen PreZero, welches sich auf Umweltdienstleistungen spezialisiert hat. Gemeinsam mit dem Traditionswerk „Pfleiderer Spezialpapiere“ ging im Januar letzten Jahres die Regelproduktion los. Seitdem laufen nachhaltige und innovative Chargen des Silphie-Papiers vom Band.

Blumige Innovation dank Forschung

Im Werk ist man guter Dinge, denn es sind mehr als 100 unterschiedliche Papierarten herstellbar in diversen Farben und Dicken. Damit steht das Blumenpapier dem normalen Papier in nichts nach. Ganz im Gegenteil, wie der Leiter des Produktmanagements Karl Augustin in einem Interview betont: „Mit der Produktion von Silphie-Papier in ressourcenschonenden, niedrigen Flächengewichten setzen wir im Rahmen unseres PT Eco-Fiber-Konzepts neue Maßstäbe. Wir sind davon überzeugt, dass die Silphie-Faser eine regionale und nachwachsende Faserstoffalternative für die Papierindustrie darstellt und freuen uns, unsere Erfahrungen im Einsatz alternativer Faserstoffe und in der Produktion von Barrierepapieren in die neue Partnerschaft mit OutNature einbringen zu können.“

Silphie-Blumen: Qualität vom Feld

Angebaut wird das Ganze praktisch „um die Ecke“. Das macht die Wege kurz, zudem ist die Pflanze recht begnügsam und wächst damit erfolgreich auch in den hiesigen Regionen. Für Bauern lohnt der Anbau, denn die Nachfrage ist da und wird künftig steigen. Zudem lassen sich große Mengen auf wenigen Quadratmetern anbauen. Sie benötigen wenig Wasser und sind zudem ein echter Magnet für Insekten. Ein weiterer Vorteil ist der, dass sich die Pflanze problemlos mit Altpapier mischen lässt. Daraus entstehen dann neue Rohstoffe, noch sparsamer und umweltfreundlicher als ohnehin schon. Die Kosten für das Papier im Handel liegen nicht höher als bei Vergleichsprodukten. Da bleibt es nur eine Frage der Zeit, bis mehr Unternehmen umsteigen und sich die Blume zunutze machen.

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Leder-Ersatz aus Ananas-Fasern

Ananas schmeckt und ist gesund. Die tropische Frucht hat neben den guten Ernährungswerten aber noch viel mehr auf dem Kasten: Eine Spanerin entwickelte einen Leder ersatz aus den Fasern der Vitaminbombe.

Lederprodukte erfreuen sich ständiger Nachfrage. Die Vielfalt ist groß und insbesondere die Strapazierfähigkeit wird von den Abnehmern geschätzt. Allerdings spielen inzwischen sowohl das Gewissen und auch der Umweltschutz eine große Rolle in Sachen Leder. Immerhin müssen Tiere ihr Leben für die Modebranche lassen. Gerbereien an Billigstandorten verwenden das krebserregende Gift Chrom. Damit werden die Produktionsschritte von Ledergegenständen auch für den Menschen lebensgefährlich. Kein Wunder also, dass innovative Geister auf der Suche nach Ersatzstoffen sind. Ohne auf die Vorteile von Leder verzichten zu wollen, nutzen Firmen wie Nike oder Dior bereits Reste aus dem Fischfang. Andere forschen an „vegetarischem Leder“ aus Zucker, grünem Tee, Bakterien und Hefe.

Eine neue Zeitrechnung eröffnete die Spanierin Carmen Hijosa. Sie erfand ein Material aus Fasern von Ananas-Blättern und gab ihm den Namen „Pinatex“. Orientiert hat sich die Erfinderin durchaus an der Strapazierfähigkeit von Leder. Doch ihr Rohstoff sollte keine Tierleben kosten, preiswerter sein und eine längere Haltbarkeit versprechen. Auf den Philippinen wurde sie bei der Ananas-Ernte fündig und verwandelte unbrauchbare Reste in ihren individuellen Rohstoff. Schnell wurde klar, dass sie neben ihrem Hauptziel weitere positive Nebenerscheinungen auslöste. So bleiben neben dem Textilstoff Reste übrig, die nach weiterer Verarbeitung zu Biogas oder Dünger umgewandelt werden können. Zwei Fliegen mit einer Klappe, denn den armen Bauern präsentierte Hijosa damit eine weitere Einnahmequelle – mit ursprünglichem Biomüll. Die Spanierin sieht ihren Rohstoff allerdings weniger als Leder-Ersatz, sondern als Leder-Alternative an. Preislich braucht sich Hijosa hinter gewöhnlichem Leder nicht zu verstecken. Der Quadratmeter kommt bei Pinatex auf 24 Euro, während der Kunde für das vergleichbare Ledersegment zwischen 27 Euro und 40 Euro berappen muss. Die Firma Puma und Schuhfabrikant Camper erstellten bereits erste Schuhmodelle aus Ananas-Fasern.

Hier zur Webseite mit einigen Bildern www.ananas-anam.com

Quelle: green.wiwo