Neue Batterie Verordnung – Das ändert sich ab August

Neue Batterie Verordnung – Das ändert sich ab August

Ab August tritt eine neue EU-weite Batterie Verordnung in Kraft, die auch in Deutschland spürbare Veränderungen mit sich bringt. Ziel ist es, den Umgang mit Batterien nachhaltiger zu gestalten, Recyclingquoten zu erhöhen und die Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern.

Die Menge an Batterien im Umlauf wächst – und mit ihr der ökologische Fußabdruck. Ob in Smartphones, E-Bikes, Werkzeugen oder Laptops – Akkus und Einwegbatterien sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch viele landen nach Gebrauch im Hausmüll oder werden nicht ordnungsgemäß zurückgegeben. Dadurch gehen wertvolle Rohstoffe verloren und potenziell gefährliche Stoffe gelangen in die Umwelt. Die bisherige Gesetzgebung greift zu kurz, um dieser Entwicklung konsequent zu begegnen. Das soll sich nun ändern.

Mehr Verantwortung für Hersteller und Handel

Mit der neuen Verordnung rückt die Verantwortung entlang der gesamten Batterie-Lebensdauer stärker in den Fokus. Hersteller müssen sich künftig digital registrieren, mehr Informationen zur Zusammensetzung ihrer Produkte bereitstellen und höhere Rücknahme-Quoten erfüllen. Auch die Kennzeichnungspflichten werden erweitert. Ziel ist es, den Materialeinsatz transparenter zu machen und gefährliche Inhaltsstoffe zu reduzieren.
Für den Handel bedeutet das mehr Aufwand bei der Rücknahme, aber auch mehr Klarheit. Alle Verkaufsstellen müssen künftig gut sichtbar auf Rückgabemöglichkeiten hinweisen. Darüber hinaus wird das sogenannte Batteriepass-System eingeführt, das Daten zur Herkunft, Zusammensetzung und Lebensdauer von Akkus digital verfügbar macht. Für Verbraucher entsteht damit eine neue Form der Nachvollziehbarkeit – eine Voraussetzung für bewusste Kaufentscheidungen.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an das Recycling. Die Quoten für das stoffliche Recycling von Lithium, Kobalt und Nickel sollen schrittweise erhöht werden. Um das zu erreichen, müssen Sammel- und Verwertungsstrukturen angepasst und effizienter gestaltet werden. Kommunen, Entsorger und Händler sind hier gleichermaßen gefragt, denn die Verantwortung endet nicht am Rückgabecontainer.

Ein Schritt Richtung Kreislaufwirtschaft

Die neue Batterie Verordnung ist ein Schritt hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Sie schafft verbindliche Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen Produktlebenszyklus – von der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Wiederverwertung. Für Unternehmen eröffnet sich damit die Chance, Innovationspotenziale zu nutzen, etwa durch langlebigere Produkte, verbesserte Recyclingprozesse oder transparente Informationssysteme.
Auch für Bürgerinnen und Bürger wird die Trennung von Altbatterien künftig einfacher nachvollziehbar und sinnvoller erklärbar. Der Gesetzgeber setzt auf eine Kombination aus klaren Regeln, digitaler Infrastruktur und gemeinsamer Verantwortung. Wer Batterien produziert, verkauft oder nutzt, soll Teil der Lösung sein – nicht nur der Entsorgung.
Mehr Informationen und aktuelle Entwicklungen zur neuen Verordnung finden Sie auf www.abfallwirtschaft.de

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Lithium-Ionen-Batterien sicher recyceln: ProtectLiB startet mit neuem Verfahren durch

Lithium-Ionen-Batterien sicher recyceln: ProtectLiB startet mit neuem Verfahren durch

Das Grazer Start-up ProtectLiB, ein Spin-off der Universität Graz, hat ein neuartiges Verfahren zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien entwickelt. Die Gründer Tobias Kopp, Jürgen Abraham und Chris Pichler kombinieren dabei Fachwissen aus Chemie, Verfahrenstechnik, Informatik und Maschinenbau, um eine nachhaltige Lösung für das wachsende Problem des Batteriemülls zu bieten.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, bei denen gebrauchte Batterien als Gefahrgut über weite Strecken transportiert werden müssen, ermöglicht ProtectLiB das Recycling direkt vor Ort. Die entwickelte Anlage ist kompakt – etwa so groß wie ein Container – und kann bei Batterieherstellern oder großen Sammelzentren installiert werden. Dies spart nicht nur Transportkosten, sondern reduziert auch das Risiko von Unfällen während des Transports.

Sicheres und effizientes Verfahren

Ein zentrales Merkmal des ProtectLiB-Verfahrens ist die Fähigkeit, Batterien unabhängig von ihrem Ladezustand oder Beschädigungsgrad zu verarbeiten. Durch eine patentierte Vorbehandlung im Niedrigtemperaturbereich werden die Akkus deaktiviert, wodurch Brandgefahren eliminiert werden. Anschließend erfolgt eine mechanisch-physikalische Trennung der Bestandteile, gefolgt von einer chemischen Behandlung mittels umweltfreundlicher Methoden, um wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel zurückzugewinnen.

Beitrag zur Kreislaufwirtschaft

ProtectLiB trägt maßgeblich zur Schließung des Materialkreislaufs für Lithium-Ionen-Batterien bei. Mit dem European Green Deal und der neuen EU-Batterierichtlinie, die ab 2026 eine Recyclingquote von mindestens 65 % des Batteriegewichts vorschreibt, gewinnt das Thema an Bedeutung. ProtectLiB positioniert sich hier als Vorreiter und bietet eine Lösung, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch überzeugt.

Auszeichnungen und Zukunftspläne

Für ihre innovative Arbeit wurde ProtectLiB bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem PHÖNIX-Award in der Kategorie „Spin-off“ und dem Sieg in der Kategorie „Circular Economy“ beim GEWINN-Jungunternehmer-Wettbewerb. Aktuell bereitet das Unternehmen den Betrieb einer Demonstrator-Anlage vor, die Anfang 2025 bei einem Kunden im Süden von Graz in Betrieb gehen soll. Ziel ist es, die Technologie weiter zu skalieren und mittelfristig auch andere Batterietypen, etwa aus E-Bikes oder Smartphones, zu recyceln. Mit ihrem Ansatz leistet ProtectLiB einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen und zur Reduzierung von Umweltauswirkungen durch Batteriemüll.

Lieben Dank an objekt-m, unsere Partner für Geschäftsausstattung & Mobiliar. Der Direktvertrieb für Hotel- und Gastronomiemöbel steht wie wir für Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstsein.

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