Recycling von Photovoltaik-Modulen als rentables Geschäftsmodell

Die Lebensdauer von Photovoltaik-Modulen ist begrenzt. Doch wohin mit dem „Müll“? Experten sind sich einig, dass genau diese Lücke zukünftig große Gewinne verspricht. Das Recycling der Anlagen gilt als lohnendes Geschäftsmodell.

Die Energieagenturen IRENA und IEA haben Untersuchungen vorgenommen, die eindeutig belegen, dass Photovoltaik-Module gewinnbringend recycelt werden können. Die Untersuchungsergebnisse gehen von einem Potenzial um die 15 Milliarden US-Dollar bis 2050 aus.

Abfälle aus Photovoltaik-Anlagen

Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für eine Photovoltaik-Anlage auf ihrem Dach, um zukünftig auf erneuerbare Energien zurückzugreifen. Doch auch Photovoltaik-Anlagen müssen irgendwann ersetzt werden. Fachleute gehen davon aus, dass der Bereich des Photovoltaik-Anlagen-Recyclings bis 2050 ein sehr erfolgreiches Geschäftsmodell werden könnte. Durch richtiges Recycling der ausgedienten Anlagen könnten viele, wertvolle Rohstoffe wieder nutzbar gemacht werden.

Die Zahl der Photovoltaik-Anlagen steigt nach wie vor, deshalb wird auch das Abfallaufkommen durch diese Anlagen rasant ansteigen. Die Experten gehen davon aus, dass bis 2050 rund 78 Millionen Tonnen Abfälle durch diese Anlagen entstehen werden. Durch geschicktes Recycling könnten rund 2 Milliarden neue Module hergestellt werden.

Von 222 auf 4500 GW

Momentan liegt die Photovoltaik-Kapazität bei gerade mal 222 GW (Stand 2015). Man rechnet bis 2050 mit einem Anstieg auf 4500 GW. Parallel dazu wird sich auch das Abfallaufkommen vervielfachen. In der EU gelten die Abfälle aus Solarmodulen als Elektroschrott und unterliegen damit der WEEE-Richtlinie. Diese besagt, dass die Hersteller der Solarmodule auch gleichzeitig für deren Sammlung und Recycling verantwortlich sind und die Kosten dafür übernehmen müssen. Wenn sich nun aber mit ordnungsgemäßem Recycling die Kosten decken ließen und evt. sogar Gewinne einfahren ließen, wäre dies ein durchaus attraktives Geschäftsmodell.
Spitzenreiter in Sachen Photovoltaik-Abfälle ist übrigens China, gefolgt von den USA.