Der Unverpackt-Laden: Lebensmittel ohne Verpackung verkaufen funktioniert

Der „Unverpackt-Laden“ ist seit dem ersten Quartal ein Geschäft, das komplett ohne Verpackung auskommt. Nach dem Motto: „Lose, nachhaltig, gut” möchte der Inhaber des innovativen Öko-Ladens Zeichen setzen in Richtung einer smarteren Welt, die Verpackungen als oft verzichtbares Bei-Produkt sehen.

Über 16 Millionen Tonnen Verpackungsmüll messen wir pro Jahr alleine in Deutschland. Darüber nachdenken ist also relevant. Eine Geschäftsidee damit zu verknüpfen macht wirklich Sinn. Nicht zuletzt aufgrund des Marketing-Nutzens. Gerade in einer Zeit, in der sich viele Unternehmen dem sog. Green Washing schuldig machen. Also die Nutzung eines pseudo-ökologischen Images zur Verbesserung der Reputation. Fakt ist, dass die zur Verpackungsproduktion oft verwendeten Weichmacher krebserregend sind und bei Frauen die Fruchtbarkeit schädigen können. Es gibt Stoffe, die hormonähnlich wirken und so langfristig einer echten Zeitbombe gleichen. Darüber hinaus gleichen mineralölhaltige Druckfarben wahre Chemiecocktails mit diversen unerwünschten Nebenwirkungen für die menschliche Gesundheit .

Im Angebot sind im Unverpackt-Laden Getreide über Obst und Gemüse, Trockenfrüchte sowie Wein und Spirituosen. Zudem sind erhältlich Reinigungsmittel und Körperpflegeprodukte. Das Haus ist derzeit noch im Verfahren zur Biozertifizierung. Die Tatsache, dass keine Verpackung und damit auch kein Branding durch Bild- und Wahrzeichen stattfindet ist übrigens auch der Schlüssel, der die preiswerten Konditionen im Laden ermöglicht.

Die grundsätzliche Philosophie in dem Kieler Pionier-Shop lautet, nur Waren feilzubieten, die in Großgebinden verkauft werden. Regionale Zulieferer werden dabei bevorzugt. Bei Übersee-Lieferungen werden die Maßstäbe des FairTrade angelegt. Alle Lebensmittel sind beim Unverpackt-Laden in durchsichtigen Glasspendern erhältlich und hier frei zu dosieren. Oder man verwendet mitgebrachte Mehrweg-Behälter. Diese sind im Zweifel auch vor ort käuflich zu erwerben. Wer nun nicht mehr warten kann, der schaut sich das Konzept mal online an: Der Unverpackt laden.