Kommt der Dünger der Zukunft aus der Luft?

CO2 kann aus der Luft gefiltert und als Dünger wiederverwendet werden.

In Hinwil, im Schweizer Kanton Zürich, feiert man Weltpremiere. Erstmalig ist es den Entwicklern gelungen, CO2 aus der Umgebungsluft zu filtern und kommerziell zu nutzen. Das herausgefilterte CO2 wurde dann als Dünger für ein Gewächshaus genutzt. Von Vorteil ist nicht nur die große Kostenersparnis gegenüber herkömmlichen Methoden, mit dieser neuen Technologie könnte auch die Luftverschmutzung abnehmen.

Das schädliche CO2 in der Atmosphäre gilt für Mensch und Tier als ungesund. Wie praktisch, dass es sich jetzt, dank modernster Technologie, ähnlich wie ein Staubsauger absaugen lässt, um dann eine sinnvolle Nutzung zu erfahren. Schließlich ist CO2 ein durchaus wertvolles Düngemittel für Pflanzen, damit würde die Landwirtschaft neue Wege gehen. Wie das aussieht, zeigt die Müllverwertungsanlage vom Zweckverband Kehrichtverwertung Zürcher Oberland in Hinwil.

Entwickelt wurde das Verfahren von Climeworks. Die erste kommerzielle Direct-Air-Capture Anlage funktioniert dabei über riesige Ventilatoren. Die saugen unaufhörlich die Luft aus der Umgebung an und leiten diese an spezielle Kollektoren weiter. Die entziehen der Luft das als gefährlich eingestufte Treibhausgas Kohlendioxid. Dafür haben die Entwickler ein Filtersystem geschaffen was in der Lage ist, die CO2-Moleküle durch eine Erhitzung auf mehr als 100 Grad abzulösen und sie auf diese Weise zur Weiterverwertung zu speichern. Die saubere heiße Luft ohne die CO2-Moleküle gelangt dann wieder in die Umgebung zurück.

Saubere Luft und gute Ernte

Die Anlage in Hinwil hat für diesen Zweck 18 Kollektoren aufgestellt. Damit schaffen es die Betreiber, pro Jahr bis zu 900 Tonnen schädliches CO2 aus der Luft abzusaugen. Gleichzeitig gewährleisten sie so eine Düngegrundlage für die Pflanzen in den angeschlossenen Gewächshäusern. Hier stieg der Ertrag durch den Dünger auf mehr als 20 Prozent. Das Treibhausgas kurbelt im pflanzlichen Organismus nämlich die Rate der Photosynthese an, die Pflanzen entwickeln sich dadurch besser und tragen mehr Früchte.

Damit ist das System eine Win-Win-Situation für die ganze Umwelt. Die Luft wird sauberer, die Pflanzen wachsen kräftig und nebenbei sparen die Hinwiler auch noch gutes Geld, denn jetzt muss kein CO2 mehr von Außerhalb geordert werden, stattdessen versorgen sie eigenständig die Gewächshäuser und sichern einen guten Ertrag.

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