Wenn aus Frittenfett neuer Asphalt für Straßen wird

2. Chance fürs Frittenfett, US-Forscher wollen daraus Straßenasphalt gewinnen.

Nachhaltigkeit und umweltfreundliches Denken und Handeln hat bereits fast alle Lebensbereiche erobert. Nun soll auch der Straßenbau deutlich umweltfreundlicher gestaltet werden – so zumindest lautet die Vision US-amerikanischer Forscher. Die haben nämlich eine Verwendung für gebrauchtes Frittenfett gefunden, es wird zu Straßenasphalt.

Herkömmliches Bitumen könnte schon bald durch gebrauchtes Speiseöl ersetzt werden, um es im Straßenbau zu verwenden. Damit würde sich diese Branche deutlich „grüner“ entwickeln.

Runde Zwei fürs Frittenfett

Die Zeiten, in denen gebrauchtes Frittenfett einfach entsorgt wurde, könnten schon bald vorbei sein. Es könnte, US-amerikanischen Forschern zufolge, Bitumen ersetzen. Im Straßenbau hält petrochemisches Bitumen die Steinchen im Asphalt zusammen. Es fungiert quasi als eine Art Kleber. Und genau diese Funktion könnte gebrauchtes Frittenfett in naher Zukunft übernehmen. Dies würde zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das Frittenfett würde einen sinnvollen Zweck erfüllen und müsste nicht anderweitig entsorgt werden. Außerdem müsste deutlich weniger Bitumen beim Destillieren von Benzin aus Erdöl hergestellt werden. Dies würde Ressourcen schonen und den „neuen“ Straßenbelag „grüner“ machen.

Die US-amerikanischen Wissenschaftler sind absolut überzeugt von ihren Forschungsergebnissen. Sie wollen sich die zwölf Milliarden Liter Frittenfett zunutze machen, die schätzungsweise jedes Jahr in den USA anfallen.

Deutsche Forscher zweifeln allerdings an diesem „grünen“ Asphalt. Sie sind sicher, dass die Lebensdauer dieses Straßenbelages der des herkömmlichen Asphalts lange nicht das Wasser reichen kann. Hinzu kommt der Geruch, den dieser Straßenbelag absondern würde. Dass es tatsächlich zu einer Geruchsentwicklung kommt, beweist ein Beispiel in St. Louis. Dort gibt es eine Straße, die vollständig aus Schweinemist-Asphalt hergestellt wurde. Inzwischen wird diese kaum noch befahren, weil dies aufgrund des starken Geruchs nur noch in komplett verschlossenen Fahrzeugen erträglich ist.

Alternativen zur Petrochemie schon lange gesucht

Schon seit längerer Zeit arbeiten Wissenschaftler weltweit daran, einen adäquaten Ersatz für das petrochemisch hergestellte Bitumen zu entwickeln. Es gab bereits interessante Ergebnisse aus Holz und Pflanzenresten als Asphaltkleber und auch im Schweinestall wird nach möglichen Alternativen gesucht. Doch bislang bringen alle möglichen „grünen“ Asphaltkleber noch zu viele Nachteile mit sich.

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